Rhythmische Massage

Rhythmische Massage nach Dr. med. Ita Wegman

Nach meinem Verständnis ist die Rhythmische Massage nach Dr. med Ita Wegman eine klassische schwedische Massage, welche auf der Grundlage der Anthroposophen Menschenerkenntnis und Heilkunst erweitert worden ist.

Ein besonderes Charakteristikum der Rhythmischen Massage ist es, dass die Qualität der Griffe mehr Saug- statt Druckwirkung haben, wie es bei den anderen Massagemethoden üblich ist. Die Begründung dafür liegt in der Tatsache, dass im Kreislauf die Schwere überwunden werden muss. Der Auftrieb, der in allen lebendigen Flüssigkeiten herrscht, wird durch die saugenden Griffe angeregt.

Die Rhythmische Massage gleicht mit ihren differenziert rhythmisch gestalteten Griffen, je nach gewünschter Wirkung - formend, entstauend, atmend oder erwärmend, belebend oder beruhigend - Einseitigkeiten im menschlichen Organismus aus und regt seine Ordnungs- und Selbstheilungskräfte gezielt an. Die Rhythmische Massage spricht den ganzen Menschen an und hat zum Ziel im therapeutischen „Gespräch mit dem Gewebe“ zur Anwendung zu bringen, was der Patient individuell braucht, und das im richtigen Mass.

Therapeutische Wirkung

Neben einer günstigen Beeinflussung der Durchblutungsverhältnisse, einer Anregung der Lymphovasomotorik sowie der Regulierung von Fehlspannungen in Muskel- und Bindegewebe wirkt die Rhythmische Massage vornehmlich unterstützend auf die Eigenregulation des Organismus.

Diese rhythmisch verlaufenden Prozesse können unter anderem in der Vertiefung des Atemrhythmus, der Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktion, der Normalisierung der Verdauung und der Wiederherstellung des gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus erlebt werden.

Bei der Rhythmischen Massage finden Ablagerungen, Stauungen, Spannungen sowie der gesamte Wärmehaushalt des Körpers gleiche Beachtung. Aufgrund der Dreigliederung des menschlichen Organismus (Nerven-Sinnes-System, Rhythmisches-System und Stoffwechsel-Gliedmassen-System) werden in der Therapieanwendung je nach Krankheitsbild und PatientIn mehr die Formkräfte des Nerven-Sinnes– oder mehr die auflösend belebenden Kräfte des Stoffwechsel-Gliedmassen-Poles angeregt.

Damit erweitert die Methode auch das Feld der üblichen Indikationen für Massage. Sie findet ihre Anwendung nicht nur bei den Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates, sondern auch in den Bereichen Innere Medizin, Gynäkologie, Neurologie, Chirurgie, Onkologie, Geriartrie, Heilpädagogik und Sozialtherapie, Psychosomatik, Psychiatrie und Palliative Care.